Kreta
Die Seele Kretas (Kriti) ruht in seinen Bergen. Nikos Kasantzakis hat es mit einem Segelschiff verglichen, das mit seinen drei großen Berggipfeln auf dem Meer dahinfahre: der Dikti (2148 m) im Osten, dem Psiloritis-Massiv (Ida; 2456 m) im Zentrum und im Westen den Lefka Ori, den “Weißen Bergen”, deren höchster Gipfel der Pachnes (2454 m) ist. Diese wilde, ehrfurchtgebietende Bergwelt liefert seit Jahrhunderten die Metaphern für die kretischen Freiheitskämpfer.
Je nach Lichteinstrahlung rücken die Berge näher oder ferner, bedeckt sie ein durchsichtiger, weißer Schleier, ein funkelndes Dunkelbraun. Sie sind allgegenwärtig, beherrschen, illustrieren die Geschichte und die Psychologie des stolzen, freiheitsliebenden Volkes dieser “Großen Insel”. Das echte Kreta erlebt man abseits der Küstenstraßen in den alten Bergdörfern, die sich an die Gebirgshänge schmiegen und den Eindruck erwecken, als würden sie aus dem Boden wachsen.
Neben den Bergen sind die Ebenen und Hochebenen ein landschaftliches Charakteristikum der Insel. Die größte und fruchtbarste Ebene ist die Messara in Zentralkreta, seit alters die Kornkammer Kretas, die bekannteste Hochebene wegen ihrer Tausenden einst mit weißen Segeln bespannten Windrädern ist die von Lassithi.
Die Südküste Kretas ist nur 320 km von der Küste Nordafrikas entfernt; daher hat die Insel einen milden Winter, man kann sogar noch im Dezember baden. Am angenehmsten ist ein Aufenthalt aber im Frühjahr oder Herbst. Von Ende März bis Ende Juni ist es sommerlich warm, im Juli und August brennt die Sonne unerbittlich heiß, während das Klima im September und Oktober gemäßigter ist, und es im Oktober zuweilen kurz regnet.






