Rhodos

Die Insel des Sonnengottes Helios, wegen ihrer üppigen Blütenpracht auch “Roseninsel” genannt, ist die größte des Dodekanes und auch die touristisch erschlossenste. Dazu haben das bis weit in den Herbst hinein milde Klima, das kristallklare Wasser und die kilometerlangen Strände beigetragen. Der Fremdenverkehr konzentriert sich auf die Küsten beiderseits von Rhodos-Stadt. Den Südteil dagegen hat der touristische Boom noch kaum erfasst, und wer Ruhe sucht, sollte dorthin ausweichen. Schon im Altertum war Rhodos eine privilegierte Insel, “reich an Ruhm” nannte sie Pindar. Diese große Vergangenheit ist noch heute lebendig, man wandert buchstäblich durch die Geschichte. Allein die Stadt Rhodos ist ein einziger Archäologie-Park. Streift man durch die Straßen, so trifft man auf Dutzende kleinerer Ausgrabungsstätten: hier ein hellenistisches Straßenstück, eine verwitterte Säule von einem klassischen Tempel, dort eine römische Thermenanlage.

Die 408 v. Chr. aus dem Zusammenschluss der drei Städte Lindos, Kamiros und Ialisos hervorgegangene Inselhauptstadt war eine reiche See- und Handelsmacht, die bald führend im gesamten Mittelmeerraum wurde. Um seine Handelsinteressen nicht zu gefährden, versuchte es stets, sich mit seinen Nachbarn gut zu stellen und möglichst den Weg der Diplomatie zu beschreiten. Aus manchen Kriegen konnte es sich jedoch nicht heraushalten wie aus den Kämpfen Alaxanders des Großen gegen die Perser. Damals, 322 v. Chr., war die Stadt makedonische Garnison. Mit dem Tode Alexanders endete jedoch die Besetzung. Nur wenig später, 305 v. Chr., belagerte der berüchtigte makedonische Städteeroberer Demetrios Poliorkretes, die Stadt. Als er nach einem Jahr erfolglos abziehen musste, ließ er sein gesamtes Kriegsgerät zurück.

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